Exkursion Sindelfingen

Einblicke in die Städtebauförderung: Lehrauftrag an der Universität Heidelberg

Seit über fünf Jahrzehnten leistet die Städtebauförderung in Baden-Württemberg einen wesentlichen Beitrag dazu, Kommunen nachhaltig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei eine dreifache Aufwertung, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Im Rahmen eines praxisorientierten Seminars erhielten Studierende des Geographischen Instituts der Universität Heidelberg unter Leitung von Dr. Philipp Schulz, Teamleiter bei der WHS, einen umfangreichen Einblick in die bestehende Förderlandschaft und lernten, wie Stadtentwicklung im kommunalen Alltag betrieben wird. Die Inhalte wurden zunächst in Referaten erarbeitet und anschließend durch eine Exkursion und externe Fachimpulse sowie praktische Beispiele vertieft. Ziel war es, die Vielfalt der Akteurinnen und Akteure, Interessenlagen und Instrumente kennenzulernen, die eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung prägen.

Exkursion nach Sindelfingen und Ludwigsburg: Stadtentwicklung vor Ort erleben

Den praxisnahen Kern des Seminars bildete ein Blockwochenende im Januar. Bei Besuchen in Sindelfingen und Ludwigsburg erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unmittelbar, wie kommunale Entwicklungsprozesse angestoßen, begleitet und umgesetzt werden.

Durch einen Input von Michael Paak, Amtsleiter des Amtes für Stadtentwicklung und Geoinformation der Stadt Sindelfingen, erhielten die Studierenden Einblicke in unterschiedliche Stadträume – von zentral gelegenen Sanierungsgebieten bis hin zu geplanten Konversionsprojekten. Das Fachgespräch verdeutlichte die komplexen Abstimmungsprozesse, die Vielfalt der Förderinstrumente und die Herausforderungen, die moderne Stadtentwicklung prägen.

Der Beitrag von Jasmine Maurus, Projektleiterin bei der WHS, stellte praxisnahe Beispiele und den Arbeitsalltag eines Sanierungsträgers in den Vordergrund. Angefangen bei Stadtentwicklungskonzepten bis hin zur Sanierungsdurchführung wurden die damit zusammenhängenden Aufgabenfelder beschrieben. Dazu zählen unter anderem die Abstimmung mit den Kommunen, die Beratung privater Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Förderabstimmungen mit den zuständigen Regierungspräsidien und dem Ministerium.

Die direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis machte deutlich, wie Förderprogramme, kommunale Zielsetzungen und Interessen verschiedener Akteurinnen und Akteure ineinandergreifen und welche Faktoren letztlich erfolgreiche Best-Practice-Beispiele ermöglichen.

Ein zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld für Geographinnen und Geographen

Die Beratung von Kommunen und die Begleitung städtebaulicher Entwicklungsprozesse unter Einsatz von Fördermitteln stellen ein vielseitiges Arbeitsfeld dar. Das Seminar sensibilisierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer frühzeitig für die Herausforderungen der Stadtentwicklung und vermittelte fundierte, anwendungsorientierte Kompetenzen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, Fachkräfte auf die komplexen Anforderungen einer nachhaltigen und verantwortungsbewussten Stadtentwicklung vorzubereiten.

Ludwigsburg, 13. Januar 2026

Fotonachweis

Wüstenrot Haus- und Städtebau