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29.03.2019

Freiberg: Bürger setzen sich für zukunftsfähige Stadtentwicklung ein

Freiberg: Bürger setzen sich für zukunftsfähige Stadtentwicklung ein

Fünf Themenkomplexe diskutiert: Verbesserungsvorschläge für Radwegenetz – vielfältigeres Geschäftsangebot gewünscht – Live-Übertragung von Ratssitzungen?

„Es macht Spaß, die Stadt gemeinsam weiterzuentwickeln. Dass jeder von Ihnen eine andere Prägung, andere Erfahrungen und Sozialisierung mitbringt und unterschiedliche Altersgruppen vertreten sind, tut dem Prozess gut“, dankte Bürgermeister Dirk Schaible den rund 50 Freibergern, die am Mittwoch im Prisma ihren konstruktiven Beitrag zum Integrierten gesamtstädtischen Entwicklungskonzept (Insek) leisten wollten. Was sind die Stärken und Schwächen Freibergs? Wie sichert man bei immer schnelleren Veränderungen eine zukunftsfähige Entwicklung? Im Dialog mit den Bürgern soll Antwort gesucht werden, forderte Schaible zu Kreativität und Querdenken auf.

Begleitet wird Insek von der Wüstenrot Haus- und Städtebaugesellschaft (WHS), deren Mitarbeiterinnen Sibel Kilic-Barut und Anja Willmann im Vorfeld Arbeitsgrundlagen geschaffen hatten. Als Ziel nannten sie einen durch die Bürger erarbeiteten Leitfaden, der dynamisch sei und fortgeschrieben werde.

Nach einer kurzen Einführung teilten sich die Teilnehmer in Kleingruppen auf, die jeweils von einer Fachkraft moderiert wurde. 15 Minuten diskutierten die Gruppen Ziele und Hindernisse, entwickelten Ideen und Umsetzungsvorschläge. Alle Beiträge wurden schriftlich festgehalten, immer mehr Zettel an die jeweiligen Stellwände gepinnt. Anschließend wechselten die Teilnehmer an den nächsten Gruppentisch, so dass sich jeder mit jedem Thema auseinandersetzte. Bei einigen Aspekten war man sich einig, andere wurden sehr kontrovers diskutiert. Natürlich gab es Überschneidungen der Themenbereiche, was durchaus gewollt ist.

Nach einer kurzen Pause stellten die Gruppenleiter die Ergebnisse vor. Im Bereich „Verkehr“ punktet Freiberg mit S-Bahn-Anschluss und Autobahnnähe, doch wurden hohes Verkehrsaufkommen, fehlende Parkplätze und ÖPNV-Verbindungen sowie unebene Geh- und Radwege kritisiert. Bei möglichen Maßnahmen gibt es unterschiedliche Ansichten. Die einen halten ein Parkkonzept für notwendig, andere sehen es in einer Kleinstadt als überflüssig an. Car-Sharing, E-Scooter und mehr E-Ladesäulen umfasst die Vorschlagsliste ebenso wie eine Verbesserung des Radwegenetzes. Auch beim Thema „Energie, Umwelt- und Klimaschutz“ wurde kontrovers diskutiert, etwa über Windräder, Autobahndeckel und Nachverdichtung. Der Ausbau der E-Mobilität, auch beim städtischen Fuhrpark, wurde ebenso befürwortet wie der Ausbau der Gasversorgung und die Schaffung von Quartierskraftwerken. Durch Blumenwiesen soll dem Insektensterben entgegengewirkt werden. Als Probleme sieht man die wilde Müllentsorgung, Hundekot oder Eltern, die beim Abliefern ihrer Kinder „am liebsten in den Kindergarten oder die Schule hineinfahren würden“. Auf jeden Fall müsse das Stadtklima verbessert werden, waren sich die Teilnehmer einig. Beim Thema „Bevölkerung und demografischer Wandel“ sowie „Freizeit und Erholung“ herrscht relativ große Zufriedenheit. So werden kulturelle und sportliche Angebote als gut bewertet. Gewünscht sei aber ein vielfältigeres Geschäftsangebot, längere Öffnungszeiten sowie weitere Gastronomie. Wichtiges Thema war die Schaffung von Angeboten für Jugendliche außerhalb der Vereine und ein zentrumsnahes Jugendhaus. Für die ältere Generation sollte ein weiteres Pflegeheim gebaut und Barrierefreiheit geschaffen werden. Ein Mehrgenerationenhaus wird vermisst. Widersprüchlich waren der Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum und die Forderung eines Baustopps.

Beim Thema Digitalisierung waren einige Ideen wie Smart Mobility oder Digitalisierung der Behördendienste vorgegeben. Wünschenswert ist für Bürger die Möglichkeit, Anträge online herunterzuladen und Termine online zu buchen, doch will man den persönlichen Kontakt nicht missen. Eine Live-Übertragung der Gemeinderatssitzungen, bessere Verlinkung auf der städtischen Homepage, stärkeres WLAN im Ortszentrum und Breitbandausbau waren weitere Anliegen.

Das liegt Bürgern am Herzen

Zum Abschluss der Bürgerveranstaltung am Mittwochabend im Bürgerhaus Prisma waren die Beteiligten zur Priorisierung der Ideen und Ziele aufgefordert. Jeder bekam dafür drei Klebepunkte, um damit die ihm wichtigsten Anliegen zu markieren. Auf der Hitliste landeten Autobahndeckel mit Erholungsflächen, Busringlinie, Verbesserung des Stadtklimas durch Bauleitplanung und Urban Gardening, Maßnahmen gegen Insektensterben, Stärkung des Fußgänger- und Radverkehrs, Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Ortszentrum, ein zentrales Jugendhaus und mehr Angebote für Jugendliche.

Wichtig ist den Freibergern auch, das Bürgerfest wieder jährlich zu veranstalten. Die Informationen aus den Rathausschaukästen wie Sterbefälle sollten auf die städtische Homepage gestellt werden, auch eine digitale Bürgerbeteiligung bei Projekten ist gewünscht. (vol)


Autorin: Beate Volmari
Foto: Oliver Bürkle
Quelle: © Ludwigsburger Kreiszeitung, www.lkz.de, vom 29. März 2019

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