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05.11.2018

Stadtentwicklung: Erfahrung zählt

Stadtentwicklung: Erfahrung zählt

Die Anforderungen an eine ganzheitliche Stadtentwicklung sind hoch. Ziele und Ideen der Kommune und Investoren sind ebenso zu berücksichtigen wie Wünsche der Bürger. Und ganz wichtig: der Finanzrahmen der Projekte und die Gewinnung von Fördermitteln.

Von der Gewinnung von Fördermitteln bis zur Bürgerbeteiligung, vom Sanierungskonzept bis zur Quartiersentwicklung, von der Stadterneuerung bis zum Neubau: Ganzheitliche Stadtentwicklung ist ein komplexer Prozess, beidem städtebauliche Dienstleister stets aktuelle Schwerpunktthemen, wie zum Beispiel Mobilität, Klima, Nahversorgung und Digitalisierung berücksichtigen sollten. So werden zukunftsorientierte Räume für Wohnen, Arbeiten und Handel geschaffen. Die folgenden vier Beispiele aus Baden-Württemberg veranschaulichen die unterschiedlichen Aspekte einer ganzheitlichen Stadtentwicklung durch die Wüstenrot Haus- und Städtebau (WHS).

Stadterneuerung in Horb am Neckar

In Horb am Neckar werden die Kernstadt und jeder der 15 Stadtteile gleichermaßen und langfristig weiterentwickelt. So wies die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten ganze 15 Sanierungsgebiete aus, für die ein Förderrahmen von insgesamt 40 Millionen Euro bewilligt wurde. Die WHS betreut aktuell sechs Gebiete. Zu den geförderten Maßnahmen zählen die Umgestaltungdes unteren Marktplatzes und mehrerer zentrumsnaher Straßen, der Bau eines Parkhauses und eines Parkdecks in der Innenstadt sowie die Auslagerung einer Getreidemühle. Zusätzlich zu diesen öffentlichen Maßnahmen sind bei etwa 120 Gebäuden private Modernisierungen mit Fördermitteln durchgeführt worden.

Soziale Stadt in Heidenheim

Maßnahmen zur Stadtentwicklung können nur dann Erfolg haben, wenn die Bevölkerung hinter ihnen steht. Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit hatten deshalb von Beginn an Priorität für die Umsetzung des Sanierungsgebiets „Wilhelmstraße/Kastorstraße“ in Heidenheim im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“. Neben den Bürgerbeteiligungen in Form von Informationsveranstaltungen, Stadtteilspaziergängen und Informationen über den städtebaulichen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet bezog die WHS die Bewohner über Arbeitsgruppen ein. Um Zusammenhalt und soziale Vernetzungauch langfristig zu fördern, betreute das Unternehmen gemeinsam mit der StadtHeidenheim ab 2007 unter anderem unterschiedliche Modellprojekte: eine Freiwilligenagentur zur Stärkung des Ehrenamts, ein Trainingscenter für die berufliche Qualifizierung zur Unterstützung der Berufsfindung, eine „Musikkiste“ für Kinder.

Innenentwicklung in Leonberg

Eine zentrale Herausforderung der Innenentwicklung ist die Einbettung des Projekts in soziale Strukturen und bestehende Bebauung. Unter dieser Vorgabe ist in Leonberg anstelle eines Altenpflegeheims ein Wohnquartier für Familien getreten. Dafür lobte die Samariterstiftung als Eigentümerin einen privaten Investorenwettbewerb aus, den die WHS für sich entscheiden konnte. In der topografischen Kessellage zwischen den umgebenden Grundstücken wurden ein Durchgang und vielseitiger Raum für Begegnungen geschaffen. Die flexible Planung sah viele verschiedene Wohnungsgrößen vor. So ist ein gemischtesQuartier für Familien mit Kindern, Paare, Singles und Senioren entstanden.

Brachflächenaktivierung in Langenau

„Innen- vor Außenentwicklung“ lautet das Motto der städtebaulichen Maßnahmenin Langenau. Durch kluge Nachverdichtung kann gesundes Wachstum ohne zusätzlichen Flächenverbrauch stattfinden. Namensgebend für das Sanierungsgebiet „Bahnhof“ ist die Modernisierung des nicht mehr genutzten und denkmalgeschützten Langenauer Bahnhofs für insgesamt rund 3,2 Millionen Euro. Dafür konnten Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen gewonnen werden. Nach den Umbaumaßnahmen beherbergt er ein Bistro, eine Musikschule und einen Veranstaltungsraum. Außerdem ist das gesamte Gebäude barrierefrei.

Durch die Reaktivierung einer in mehreren Händen befindlichen, fast vollständig asphaltierten Gewerbebrache von etwa elf Hektar wurden in direkter Nähe zusätzlich attraktive Gewerbeflächen geschaffen. Die Grundstücke wurden an kleine und mittlere Betriebe veräußert, wodurch die imUmfeld bestehenden Gewerbestrukturen gestärkt und mehrere Hektar Fläche imAußenbereich eingespart werden konnten.

Autor: Oliver Matzek ist Abteilungsleiter Städtebau bei der Wüstenrot Haus- undStädtebau in Ludwigsburg. Er betreut aktuell mit seinem Team 110 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und Sachsen.

Quelle: EXTRA Stadterneuerung, „der gemeinderat“ 10/2018, www.treffpunkt-kommune.de


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