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30.07.2018

Großes Interesse an Stadtsanierung in Schömberg

Großes Interesse an Stadtsanierung in Schömberg

Die Schömberger zeigen Interesse an der Stadtsanierung in den Bereichen Rathaus/Bahnhofsbereich. Rund 30 Anwohner sind am Dienstag zur Infoveranstaltung in die Stauseehalle gekommen. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger setzt auf viele private Sanierungsmaßnahmen.

Er betonte, dass die Stadt schon zweimal vom Landessanierungsprogramm profitiert habe mit dem Marktplatz und dem Sanierungsobjekt Alte Schule sowie dem Altstadtkern mit dem Objekt Zehntscheuer. Nun gehe er davon aus, dass auch das neue Programm ein Erfolg werde.

Mit aufgenommen ins Sanierungsgebiet werde der Bereich Dörfle. Dort gebe es zunächst aber keine direkte Förderung, es sei für Sanierungsmaßnahmen aber eine hohe steuerliche Abschreibung möglich.

Sprenger ist davon überzeugt, dass die Stadt auch künftig private Maßnahmen fördern werde – je nach städtebaulichem Aufwertungspotenzial. Der Gemeinderat habe darüber aber noch nicht entschieden. Die Stadtverwaltung jedoch wolle der bisherigen Linie treu bleiben: "Hohe Förderquoten waren ausschlaggebend für die Maßnahmen, deren Erfolg man überall deutlich sieht." Und weiter: "Die Bürger dürfen uns Sensibilität und Sorgfalt bei den vom Gemeinderat zu beschließenden Förderquoten unterstellen". Sein Appell an die Anwohner: "Nehmen Sie das Programm in Anspruch." Sprenger betonte, dass auch schon viele Bürger mit Migrationshintergrund Sanierungsmaßnahmen durchgeführt hätten.

Dieter Ehlert, Verena Kreuter und Isabell Arnold vom Sanierungsträger Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH erläuterten das Verfahren und die Möglichkeiten für private Eigentümer. Ehlert sagte, das Regierungspräsidium habe zunächst nur die Bereiche Rathaus und Bahnhof für eine Förderung akzeptiert. Das Dörfle sei jedoch ebenfalls im Sanierungsgebiet enthalten; dort könnten für Maßnahmen steuerliche Abschreibungen geltend gemacht werden. Weil man davon ausgehe, dass der Förderrahmen von 1,4 Millionen Euro, darunter 840 000 Euro an Landesmitteln, nicht ausreichen werde, müsse dieser in den kommenden Jahren erhöht werden. Ob dies genehmigt werde, hänge auch vom Umfang der privaten Maßnahmen ab, betonte Kreuter. Es sei nicht auszuschließen, dass später auch Maßnahmen im Dörfle bezuschusst werden könnten. Zudem sei das Gebiet noch nicht als Satzung beschlossen, es könnten noch Änderungen vorgenommen werden.

Laut Isabell Arnold werden Modernisierungmaßnahmen am Dach und an der Fassade, energetische Sanierungen sowie Maßnahmen im Bereich Sanitär und Elektro gefördert. Für Neubauten gebe es keine Zuschüsse. Wichtig für die Bauherrensei, dass sie mit den Arbeiten nicht beginnen, ehe der Gemeinderat Anfang 2019 das Gebiet als Satzung beschlossen habe.

Neben der Sanierung des Rathauses (Ehlert: "der einzige Schandfleck noch in der Altstadt") sind laut Arnold Maßnahmen auch an privaten Gebäuden – etwa in der Schulgasse – vorstellbar. Im Bahnhofsbereich, der vollständig in städtischer Hand ist, seien Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds wie ein Mehrgenerationenplatz oder die Sanierung des Bahnhofsgebäudes vorstellbar.

Ob die Stadt Teile des Areals verkaufe, sei noch nicht entschieden, sagte Sprenger: "Wir wollen das Gebiet als Bindeglied zwischen Gewerbegebiet Eichbühl und der Altstadt aber nicht überfrachten."

Quelle: Schwarzwälder Bote, 24. Juli 2018
Autor: Bernd Visel
Foto: Bernd Visel

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